Suppenkasper Sarrazin

Geschrieben von messitschbyburns am 19. Februar 2008 | Sarrazin


Die süffisante Einschätzung des Berliner Finanzsenators Thilo Sarrazin, mit dem täglichen Regelsatz in Höhe von 4,25 Euro könne sich ein Hartz-IV-Empfänger “vollständig, wertstoffreich und gesund” ernähren, ist aus seiner Sicht berechtigt.

Herr Sarrazin ist ein Kleinbürger wie aus dem Lexikon: Unkultiviert, unzivilisiert und vom Großbürgertum nur naserümpfend geduldet, der seine Defizite in puncto Besitz und Lebensstil mit aggressiven Vorurteilen gegenüber sozial Schwächeren kompensiert. Der typische deutsche Radfahrer eben — nach oben buckeln, nach unten treten und in allen Regierungsformen zum Tisch der Mächtigen drängelnd.

Nun wissen wir nicht, welcher Partei oder Organisation Herr Sarrazin in der Zeit des deutschen Nationalsozialismus gefolgt wäre. Doch eine Parallele zwischen der NS-Zeit und Herrn Sarrazin ist bemerkenswert.

Heiner Geißler hat die Sarrazin’schen Portionen in Kalorien umrechnen lassen:

  • Tagesportion Nr. 1: 1710 kcal
  • Tagesportion Nr. 2: 1357 kcal
  • Tagesportion Nr. 3: 1594 kcal

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt als notwendige Energiezufuhr für Männer zwischen 25 und 50 Jahren bei ausschließlich sitzender Tätigkeit 2400 kcal, das konkurrierende Deutsche Institut für Ernährungsforschung 2000 kcal. Welche Richtgröße man auch wählt, beide liegen über Sarrazins Segnungen.

Die Mindestmenge täglicher Kalorien war in Deutschland schon 1940 bekannt. Zum Beispiel im KZ Auschwitz. Hier besaßen die Essensrationen einen Nährwert von 1300 kcal für leicht arbeitende und 1700 kcal für schwer arbeitende Häftlinge.

Die Häftlinge sollten nicht länger als drei Monate leben. So weit wird Herr Sarrazin wohl nicht gedacht haben, als er seine Bürokraft zum Testkauf schickte, um Tagesportionen zusammenzustellen, deren Kaloriengehalt verblüffend denen von Auschwitz ähnelt. Sonst müßte man Herrn Sarrazin einen Suppennazi nennen. Aber das kann ja niemand wollen.

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Ein echtes deutsches Würstchen: Dr. Thilo Sarrazin
(10.000 Euro Monatsgehalt, also knapp über Hartz IV;
ab 01.05.2009 Bundesbank-Vorstand mit richtig Kohle)

1 Kommentar ↓

#1 Auf Jahre hinaus unwählbar | Planet VaoVaoWeb am 14.05.09 um 15:25

[…] dabei Nebensache. Sarrazin hat ja schon bewiesen, dass er Hartz-IV-Empfängern nur eine tägliche Kalorienration zugesteht, die das Prekariat durch Aushungern dezimieren […]

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