7. Oktober 2009

Geschrieben von messitschbyburns am 07. Oktober 2009 | Berlin, DDR


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Fotos (c) by Ch. Brinkmann

4 Kommentare ↓

#1 Andreas am 07.10.09 um 17:08

Steht eigentlich das Staatsratsgebäude mit dem einzigen, original erhaltenen Schloßportal noch?

Wißt ihr, was mir jetzt noch fehlt? Der Ruf nach einem Mehrzweckgebäude im Herzen Berlins zu kulturellen Zwecken und für Massenveranstaltungen. :-)

In Dresden ist man ja auch drauf und dran, den Kulturpalast verschwinden zu lassen. Er soll nach derzeitigen Planungen zwar als Baukörper erhalten bleiben, aber er wird umbaut bzw, in ein neues Gebäude integriert. Zusätzlich soll der große Saal, mit einer Mehrzweckbühne, deren Größe (vor allem Breite) einmalig ist, geschreddert werden, und stattdessen ein Konzertsaal für die Philharmonie eingebaut werden. Außerdem soll die Herkuleskeule ein Theater im neuen “Kulti” bekommen.

Hier wird also - wenn sich die Pläne bewahrheiten - eine hervorragende Bühne im Zentrum der Stadt für Schlager-, Rock, Pop etc. pp. der “hohen Kultur” geopfert. Die logische Alternative, nämlich den Kulturpalast zu belassen, und ein Konzerthaus für die Dresdner Philharmonie und die Sächsische Staatskapelle am Elbufer zu bauen, hat zwar sehr viel Zustimmung unter den Kulturschaffenden und -interessierten der Stadt gefunden - aber bis jetzt noch keinen vernünftigen, logisch denkenden Politiker.

#2 admin am 07.10.09 um 17:41

Ja, da ist jetzt eine Managerschule drin:
http://www.esmt.org/sixcms/detail.php/180999

“Wißt ihr, was mir jetzt noch fehlt? Der Ruf nach einem Mehrzweckgebäude im Herzen Berlins zu kulturellen Zwecken und für Massenveranstaltungen.”

Den Ruf gibt’s schon :)

#3 norbert am 09.10.09 um 06:49

Erste Diskussionen -habe ich gehört-, das im städtebaulichen Planungskonzept auch zukünftig als Grünfläche ausgewiesene Marx-Engels-Forum wieder wie vor einhundert Jahren dicht zu bebauen, sind wohl schon im Gange. Damit hätte man den “Schandfleck” auch weg. Vermute, man nährt sich gedanklich auch wieder dem Fernsehturm. Das “sozialistische” Ding muss doch wegzubekommen sein, damit der Funkturm wieder weithin und alleinig leuchtet.

#4 admin am 09.10.09 um 11:54

Ja, das gesamte Areal zwischen Spreeufer (Marx-Engels-Forum) und Fernsehturm (Kaskaden) soll parzelliert, verkauft und bebaut werden. Das ist die letzte große Fläche im historischen Stadtkern, die sich noch im Landesbesitz befindet.

Als Vorwand, um Marx/Engels abzuräumen, wird die Verlängerung der U-Bahn zum Alex benutzt. Man braucht angeblich Flächen für Sand, Kies und Baucontainer. Das geht nur an dieser Stelle, keinen Meter weiter weg.

Der zweite Vorwand ist die Wiederherstellung des historischen Zentrums als Ergänzung zum Schloß. Weil die Investoren aber Blöcke kaufen und keine Einzelparzellen und diese Blöcke auch geschlossen bebauen, wird man dann Klötze wie das AquaDom erhalten. Dort sollte auch kleinteilig gebaut werden, aber der Investor dachte nicht daran.

Als positives Beispiel werden dann sicher wieder die Neubauten an der Dresdner Frauenkirche zitiert. Die sind allerdings Fassadenkitsch ohne Keller.

Auf die Idee, diese Fläche als Park aufzuwerten, kommt niemand mehr. Jetzt fehlt eigentlich nur noch, daß auch die Rathauspassagen und die Neubauten an der Liebknechtstraße (zwischen Dircksen- und Spandauer Straße) abgerissen werden. Dann könnte man das gesamte Areal von der Grunerstraße bis fast zum Hackeschen Markt bebauen.

Berlin ist dann zwar immer noch Pleite, aber die Immobilien- und Baulobby dankt für einen Umsatzschub.

Mein Kommentar: