Haben Sie, liebe Leser, in den letzten Tagen Cheat The Gallows in eine Suchmaschine Ihrer Wahl eingegeben? Oder Bigelf?
Vermutlich nicht, wozu auch. Sie besitzen die CD seit August 2008, hören Sie täglich und freuen sich über diese wunderbare Musik, die niemals enden sollte. Wir auch.
Falls Sie nun doch im Internet nach Cheat The Gallows suchen, versprechen wir Ihnen eine Überraschung. Schlag September 2009 erschienen plötzlich Rezensionen en masse; mit einem Jahr Verspätung.
Wie kommt’s?, werden Sie fragen. Woher stammte die CD ein Jahr zuvor? Etwa unerlaubt kopiert?
Mitnichten, liebe Leser. Cheat The Gallows steht seit August 2008 bei amazon.de zum Kauf. Als Import, damals für lässige 11,99 Euro. Inzwischen hat amazon den Verkaufspreis der globalen Finanzkrise angepaßt, nach oben.
Weshalb, werden Sie fragen, schwieg die Fachpresse vor einem Jahr?
Weil kaum ein Redakteur eines anzeigenabhängigen Musikmagazins — egal, ob Online oder Print — jemals eigenständig recherchiert, was außerhalb des Verlagsbriefkastens geschieht. Meist erfahren Sie als Leser erst dann von der Existenz einer neuen CD, wenn der Paketbote das offizielle Bemusterungspäckchen in den Redaktionen abgeworfen hat. Das ist der Startschuß für eine Welle fast gleichlautender Artikel.
Die Bemusterung ist nur für den deutschen Markt gedacht. Hätte das Label einen Vertrieb von Bigelf in Deutschland ausgeschlossen, könnten Sie bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag darauf warten, eine Zeile über Cheat The Gallows zu lesen.
Auf die Idee, daß man eine CD in Deutschland bequem als Import kaufen kann — nicht nur bei amazon.de –, ja, daß es sogar möglich ist, eine CD vom Schreibtisch aus per Internet im Ausland käuflich zu erwerben, kommt kaum ein Redakteur eines anzeigenabhängigen Musikmagazins. Für Importe gibt es keine Werbung.
Denken Sie nicht, das beträfe nur kleine Blättchen. Je größer, desto abhängiger. Schreibende Mietmäuler sind bei den Platzhirschen blattprägend (in Tageszeitungen sowieso). Zwei, drei enthusiastische Praktikanten, die schreiben, was sie denken, hält man sich als Alibi.
Übernommen werden dann die Pressetextabschreiber. Die wiederum erledigen ihren Job präzise, nach amtlicher Zustellung der Promo-CD.
2 Kommentare ↓
die kommen jetzt auch auf tour… freu’ mich drauf! vielen dank für die entdeckung!
01.02.2010 - Hamburg - Logo
02.02.2010 - Berlin - White Trash
03.02.2010 - München - 59:1
04.02.2010 - Köln – Luxor
02.02. Berlin!!! Das hätte ich doch glatt verpaßt. Danke!
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