Zur Berlinale veranstaltet die Berliner Zeitung regelmäßig einen Zeitvertreib namens Bärometer. Drei Redakteure und vier Gastautoren werden mit Pressekarten in die Festivalkinos delegiert. Anschließend kreuzen sie ihre Meinung in einer Tabelle an, über deren Spalten kleine Ausmalbildchen mit den Gesichtern der Experten kleben.
Das tabellarische Instrumentarium besteht aus den Kategorien Uninteressant, Annehmbar, Sehenswert und Herausragend. Jedes Schubkästchen wird mit ein bis vier Pünktchen honoriert. Für die Höchststrafe Durchgefallen spendierte der Grafiker ein lustiges Bömbchen. Aus der Summe aller Pünktchen und Bömbchen orakelt die Zeitung über den Berlinale-Favorit.
Der diesjährige Favorit, von allen sieben Bärometer-Experten als Herausragend mit vier Punkten bedacht, hieß There Will Be Blood. Den Goldenen Bär gewann Tropa de Elite.
Tropa de Elite wiederum wurde von sechs der sieben Kreuzelmacher mit einem einzigen Punkt bestraft — Uninteressant. Nur Knut Elstermann urteilte Sehenswert und vergab drei Punkte.
Angenommen, die Expertenrunde schriebe vor der Berlinale 2009 die Namen der Filme auf den Boden, würfe eine Handvoll Hühnerknochen in die Luft und zählte, auf welchem Namen die meisten Knochen landeten — wäre das nicht streßfreier?
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