Bundespräsident Köhler hat seine Leipziger Rede in aller Stille korrigiert. Auf der präsidialen Website wurde der Abschnitt Panzer, Leichensäcke und Blutplasma mit einem schüchternen Sternchen versehen. Am Ende des Redetextes erläutert die nachgereichte Fußnote, daß man einem Irrtum aufgesessen sei (hier vergrößern):

Den Urheber der Schose ficht das alles nicht an. Der Historiker Michael Richter, der 1994 aus Bonn an das skandalumflorte Dresdner Hannah-Arendt-Institut wechselte, wird dort immer noch als Experte mit den Forschungsschwerpunkten Geschichte der SBZ/DDR und Friedliche Revolution in Sachsen 1989/90 gelistet.
Auch sein zweibändiges Werk “Die Friedliche Revolution, Aufbruch zur Demokratie in Sachsen 1989/90″, aus dem Köhlers Redenschreiber zitierten, ist nach wie vor erhältlich, 1.612 Seiten für 59,90.
Falls das geballte Expertentum um Richter und Funk zu den bevorstehenden Jubelfeiern am 4. und 9. November wieder eine Räuberpistole auftischen möchte und uns von Gerüchten — d.h., von Fakten! Fakten! Fakten! — erzählt, nach denen Grenztruppen, Kampfgruppen, Stasi, Polizei oder Junge Pioniere den Befehl erhalten hätten, auf jeden, der sich der Grenze nähert, zu schießen, können wir vorbeugend abwinken. Egon Krenz, das lachende Pferd der FDJ, hat den Schußwaffengebrauch vor der Großdemo am 4. November verboten. Das Verbot blieb über den 9. November hinaus in Kraft.
Das dürfte eine der wenigen guten Taten seines politischen Lebens sein. Mal sehen, wie lange es dauert, bis daraus ein Schießbefehl wird.
2 Kommentare ↓
Na jaa…. Mal so rum gedacht: Auch ein Nicht-Schießen-Befehl ist dem Inhalt nach ein Schießbefehl. Schließlich regelt er den Schußwaffeneinsatz!
Nichts ist zu abwegig, wenn es um politisch gewollte Ergebnisse “wissenschaftlicher Forschung” geht.
Yep :)
Melde auf diesen Gedanken das Copyright an (geistiges Eigentum + Schöpfungshöhe für dialektische Beweisführung). Du könntest sehr reich werden :)
Mein Kommentar: