Hitlers Biograph hat Hitlers Leben auserzählt. In Zukunft will sich Guido Knopp der DDR widmen. Ein kleine Interview-Tour, bei der sich manche Antworten bis aufs Komma gleichen, bereiten seinen Themenwechsel vor.
Folgende Anekdote erzählt Knopp besonders gern (hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier; im Tagesspiegel sogar dop-pelt):
“Am Wochenende des Mauerfalls war ich am Potsdamer Platz. Etwas entfernt stand der damalige Bundespräsident von Weizsäcker mit einem Kreis von Leuten.
Auf einmal kommt von der anderen Seite der Mauer ein Offizier der NVA-Grenztruppen auf ihn zu - vergleichsweise stramm -, salutiert und sagt: “Melde gehorsamst, Herr Bundespräsident, hier keine besonderen Vorkommnisse.”
Ein Offizier der DDR salutiert mit den Worten “Melde gehorsamst”?
Da staunt der Fachmann, und der Laie wundert sich.
6 Kommentare ↓
Ich bin ja auch so’n Laie, sogar jeglichen Diensten entkommen. Bitte also GEHORSAMST um Erläuterung. ;)
“Melde gehorsamst” war bei den DDR-Streitkräften so gebräuchlich wie “Heil Hitler”. Die unterwürfige Gehorsamst-Meldung gegenüber einem Vorgesetzten wurde in der DDR abgeschafft (die Unterwürfigkeit nicht). Befehle wie “Melde gehorsamst” gab’s nur noch in Willi Schwabes Rumpelkammer.
Daß ein DDR-Grenzoffizier plötzlich seinen Posten verläßt, die Grenze überquert, seine jahrelang eingeschliffenen Kommandos vergißt und dem Präsidenten der damals verfeindetsten Nation mit einer Hans-Moser-Nummer Meldung macht, ist schon sehr erstaunlich.
Zum Glück ist Knopp als bescheidener Dokumentarist der wahren Geschichte bekannt. Dann wird’s wohl so gewesen sein.
Vielleicht hat sich auch bloß irgendein Grenzer einen Witz erlaubt - und Guido K. hat’s ernst genommen.
GvH
Das glaube ich auch :)
Die Schwejk-Verfilmung mit Heinz Rühmann gab’s schließlich auch in der DDR zu sehen. “Melde gehorsamst, Herr Leitnant …” stammt von dort, denke ich.
GvH
Wer einmal die Schwejk-Verfilmung mit Fritz Muliar gesehen hat, will keinen Rühmann mehr als Schwejk sehen…
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