Perlentauchers Wendewirrwarr

Geschrieben von messitschbyburns am 10. November 2009 | Medien


Der Perlentaucher verhakelt sich im Einheitsfeier-Overkill:

perlentaucher_mdz.jpg

Ja — warum nur?

Doch nicht etwas aus dem gleichen Grund, aus dem der Perlentaucher am 10. November 1989 die Öffnung der Grenzen unerwähnt ließ?1

  1. Auflösung für Thierry Chervel: Die Mitteldeutsche Zeitung gibt es seit 17. März 1990, der Perlentaucher ist seit 15. März 2000 online. []

2 Kommentare ↓

#1 Andreas am 10.11.09 um 17:43

Wobei man fairerweise sagen muß, daß die “MZ” einen Vorläufer hatte, der am 10.11.1989 schon existierte. Das war das regionale “Organ der SED” namens “Freiheit”. Die “MZ” gab es aber definitiv erst ab dem 17.März 1990.

Übrigens hab ich gestern in einer Vorankündigung zu den Tagesthemen gehört, daß man die Geschichte erzählen wollte, wie die Tagesthemen damals an der Öffnung der Mauer mitgewirkt haben wollen. Den Bericht hab ich dann aber verpaßt.
Die geben den Unsinn einfach nicht auf.

Da ist es doch schon fast wohltuend, wenn ein gewisser Walter Momper, damals Regierender Bürgermeister Westberlins, auf dem gleichen Sender verkündet, daß er damals schon etwa 6 Stunden vor Schabowskis “Ausrutscher” erfahren hatte, daß die Reiseerleicherungen wohl noch am selben Abend verkündet werden sollten.

Und bei Spon liest man sogar, daß grundsätzlich schon zwei (?) Wochen davor die DDR-Führung die Westberliner Verantwortlichen informiert hatte, daß es noch vor Weihnachten zu einer Neuregelung käme. Ein Sonderstab war bereits dabei, alles in WB vorzubereiten, wurde dann aber von Schabowki kalt erwischt. Der war einfach zu fix.

Jedenfalls kann die Kausalkette Papst -> Walesa -> Tagesthemen -> Maueröffnung damit nicht mehr hinhauen. Nicht mal theoretisch.

#2 admin am 10.11.09 um 23:55

Der Tagesthemenbericht wird sich wohl hierauf bezogen haben: http://www.messitschbyburns.de/archives/497

Die ARD und die ihr gewogenen subalternen Mietmäuler wollen Hanns Joachim Friedrichs als Maueröffner installieren. Die ARD wird Stück für Stück als einzig gültige Informationsquelle des 9.11.1989 zementiert. Ausgerechnet in jener Zeit, in der die Aktuelle Kamera Traumquoten einfuhr, soll ein schief grinsender Nachrichtenvorleser der ARD, dessen katastrophale Aussprache nur schwer zu ertragen war, zum deutschen Messias aufgeblasen werden, auf dessen Wort hin die Grenztore aufschwangen.

Angeblich glauben aber auch 60 Prozent der Westdeutschen, Helmut Kohl hätte den Mauerfall zu verantworten. Wenn das stimmt, dann ist die Verblödung eh’ nicht mehr aufzuhalten.

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