Richard von Weizsäcker schreibt in seinem Buch “Der Weg zur Einheit” über eine sonderbare Begegnung. Am 10. November 1989 stand der Bundespräsident auf Westberliner Seite und schaute sich neugierig die offene Grenze an. Ein NVA-Offizier erkannte ihn, verließ seinen Posten, überquerte den Potsdamer Platz und salutierte Richard von Weizsäcker.
Das lasen wir schon bei Guido Knopp — und wunderten uns über die antiquierte Grußformel des DDR-Offiziers: “Melde gehorsamst, Herr Bundespräsident, hier keine besonderen Vorkommnisse.”
Richard von Weizsäcker erinnert sich anders:
“Herr Bundespräsident, ich melde: Keine besonderen Vorkommnisse!”
Tauscht man “Herr Bundespräsident” gegen “Genosse General”, hat man einen Standardbefehl der DDR-Streitkräfte, ohne den in der DDR völlig unüblichen Schwejk’schen Zusatz “Melde gehorsamst”.
Und nebenbei wird aus Knopps Offizier der NVA-Grenztruppen ein NVA-Offizier. Richard von Weizsäcker dürfte hier näher bei der Wahrheit sein als Dr. Knopp, denn NVA-Grenztruppen gab es nun wirklich nicht — entweder NVA oder Grenztruppen.
Dr. Knopps Lust am Fabulieren ist bekannt. Wenn er die angedrohten DDR-Dokumentationen ähnlich phantasievoll ausschmückt wie seinen NVA-Grenztruppen-Schwejk, dann … ändert sich eigentlich nichts. Knopp bleibt Knopp bleibt Knopp.
3 Kommentare ↓
….es gibt jetzt eine Maßeinheit für größtmögliche Geschichtsverfälschung : 10 guidosskalierungen ergeben einen Knopp . Ist der Kerl eigentlich mit Richard Löwenthal und Karl Eduard von Schnitzler Verwandt?
Geistig mit beiden.
[…] Guido Knopp erinnert sich. Herr von Weizsäcker auch. — Messitsch … […]
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