Monster Magnet: 4-Way Diablo

Geschrieben von messitschbyburns am 04. März 2008 | Hörsturz, Monster Magnet


Monster Magnet
“4-Way Diablo”
(p) 2007, Steamhammer/SPV

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Zwei Jahre lag Dave Wyndorf im Koma oder im Siechenheim oder in einer Nährlösung aus Methadon oder ganz woanders; jedenfalls wurde das Leben mit Drogen und Tabletten für den nicht mehr 18jährigen Wyndorf in dieser Zeit ungemütlich, wie zu hören war. Sein Körper streikte, und die Lebensfunktionen standen kurz vorm Abwinken. Die angekündigte CD verschwand in der “Verschoben”-Liste.

Doch plötzlich lag 4-Way Diablo in den Läden, und wir rufen ganz spontan:

Zwei Jahre war Dave Wyndorf krank,
jetzt singt er wieder, Gott sei Dank!

Keine elektronischen Frickeltracks mehr wie auf Monolithic Baby. Vergeben und vergessen. 4-Way Diablo ist Monster Magnet alter Schule: Psychedelisch und stoned bis zur Halskrause. Die Gitarren sägen, das Schlagzeug knüppelt, der Baß pumpt; und weil im Hause Monster Magnet sowieso unter jedem Blumentopf eine Pillenschachtel liegt, covern sie konsequenterweise 2000 Light Years From Home. Jenen Song, der bei den Stones eine opportunistische Nummer peinlicher Trittbrettfahrer war und der nun endlich nach Hause gefunden hat, in Wyndorfs musikalische Apotheke.

Auch wenn sie ihr 1998er Opus Magnum Powertrip wohl nicht mehr überbieten werden, haben Monster Magnet mit 4-Way Diablo in der Ruhmeshalle des Stonerrock aufgeräumt und gezeigt, wozu die alten Herren noch imstande sind. Wyndorfs leicht heißere, angerauhte Stimme wird — je nach diabolischem Bedarf — verhallt oder verzerrt, gedoppelt oder in ein vielstimmiges Klagen und Stöhnen aus dem Höllengrund gehüllt. Der Sound der gesamten Produktion ist so dreckig, wie sich das für Stoner gehört, der wahren Quintessenz aus Sex und Drugs und Rock’n'Roll.

In Freeze & Pixillate spielen Dave Wyndorf und Ed Mundell auf ihren Gitarren eine feines, leichtes Instrumental, zu dem man im Coffee Shop einen Space Cake ins Gehirn dröseln lassen kann. Das klingt prima, ist aber eine Ausnahme. Die anderen Songs sind laut und derb und bewegen sich im klassischen Wyndorf-Universum. Er spielt lässig und selbstironisch mit seinem Image als hard fucking macho, der den Chicas zeigt, wo’s langgeht. Zwischen den Schenkeln der nackten Covergirls züngeln Kobras wie dicke, erigierte Penise, und die Girls fühlen sich gut dabei. Wyndorf wird wohl kein Emma-Abonnent mehr werden.

Alles ist gut. Welcome back, Dave!

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