Dellé: Before I Grow Old

Geschrieben von messitschbyburns am 30. November 2009 | Hörsturz


Dellé
“Before I Grow Old”
(p) 2009, Downbeat Records

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Vielleicht sagt Ihnen der Name Frank Dellé nicht viel. Sie kennen den Mann trotzdem. Er ist der dritte Sänger von Seeed, der mit den Rastazöpfen. Nach Demba Nabé (Boundzound, 2007) und Peter Fox (Stadtaffe, 2008) hat auch Dellé seine Soloplatte veröffentlicht. Und so leid es uns für seine beiden Kollegen tut (okay, für Peter Fox weniger): Sie ist die beste.

Dellé ist ein Reggaesänger, wie es ihn in Deutschland kein zweites Mal gibt. Rhythmus, Feeling, Stimme — er hat wirklich alles. Wir haben lange gezögert, es aufzuschreiben, aber es muß sein: Manchmal glaubten wir, Bob Marley zu hören.

Bitte keine Rauchbomben in den Hausflur werfen, liebe Bob-Marley-Fans. Wir waren selbst überrascht und hörten als Vergleich immer wieder die Platten der Großmeister unserer Reggae-, Dub- und Dancehall-Sammlung, um uns unseres Irrtums zu vergewissern — doch es war keiner. Dellé ist wirklich so gut.

Sie kennen Dellé aus dem Radio. Die Single Pound Power und die Coverversion Power of Love, im Original von Frankie Goes to Hollywood, laufen seit Wochen im Tagesprogramm. Der Mann, bei dem Sie automatisch lauter drehten, um fröhlich durch die Küche zu tanzen oder im Zickzack über die Autobahn zu brettern — das war Dellé. Er ist der Soundzauberer mit den gestochen scharfen Bläsern, der Roots-Reggae und Dancehall traumwandlerisch verknüpft, der Sie an den Hüften packt und mit Ihnen durch die Wohnung wirbelt und uns auf der Deluxe Edition mit neun zusätzlichen Dub-Versionen seiner Songs beglückt.

Damit kann er in Deutschland viel weniger Blumentöpfe gewinnen als Peter Fox. Dellés Tour ist entsprechend bescheidener: Postbahnhof statt Wuhlheide. Aber der Spaß und die Joints werden wesentlich größer sein. Und für die Zukunft von Seeed sieht es wieder rosiger aus. Dellé darf nur nicht aussteigen.

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4 Kommentare ↓

#1 svenni am 30.11.09 um 12:12

geschmäcker sind eben doch verschieden (phrasenschwein). z.b. finde ich “power of love” extrem doof. wie plaste. oder aus nem formelbuch lauwarm zusammengekocht. irgendwie.

#2 admin am 30.11.09 um 12:40

Meinst du das Original von FGTH oder das Dellé-Cover?

#3 svenni am 30.11.09 um 14:26

definitiv die koffer-version. die perfekt überproduzierte fgth-nummer ist ja qua konzept über jeden zweifel erhaben. gleich mal die pleasuredome-platte einwerfen. die kollegen freuen sich schon, muharrrr!

und, nein, ich erkenne bei dellés version keinerlei ironie. ich fürchte der meint das ernst.

#4 admin am 30.11.09 um 14:44

Okay, dann gilt: Geschmäcker sind eben doch verschieden :)

Die Pleasuredom lege ich manchmal auf, um mir Relax, War und Two Tribes um die Ohren zu hauen, den Rest natürlich auch. Einmal pro Jahr muß das sein.

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