Außen grün, innen weniger hohl

Geschrieben von messitschbyburns am 26. Februar 2008 | Berlin, Grüne


Die Baum-Affäre in der Hufelandstraße scheint sich in einem Happy End aufzulösen. Gestern trafen sich Anwohner und der Cheffe der Betroffenenvertretung “Bötzowviertel”, Vertreter der Gesellschaft der behutsamen Stadterneuerung (S.T.E.R.N.) und des Bezirksamtes zum großen Thing.

Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne und Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner erschienen persönlich. Die Pankower Grünen schickten ihre Fraktionsvorsitzende Stefanie Remlinger, die den Beschluß einer Mitgliederversammlung vortrug, in dem sich die Grünen für die Pflanzung hochwüchsiger Bäume aussprachen. Abgesandte von EU, UN und NATO waren nicht anwesend.

Die Bürgerinitiative, die noch im Januar so vehement gegen die hohen Bäume agitierte, zog es vor, nicht zu erscheinen. Nur eines ihrer Mitglieder, ein spindeldürres, grauhaariges Männchen mit nervös zuckendem Mund und stark verschwitzter Stirn, redete minutenlang. Kurzwüchsige Kirschbäume sollten her, die Pflanzabstände dürften nicht weniger als 20 Meter betragen, und außerdem müsse man alles auf einer vierten Versammlung noch einmal diskutieren; die abwesenden Baumgegner hätte sonst keine Chance, sich zu äußern.

Das Männchen erntete nur noch schallendes Gelächter, denn die Stimmung hatte sich grundsätzlich gedreht. Kaum jemand sprach sich gegen die Neupflanzung der Platanen aus; dafür wollten geschätzte 95 Prozent der Anwesenden Platanen im Abstand von höchstens 15, besser noch 12 Metern, um die Straße wieder zur Allee ergrünen zu lassen.

Ein fröhlicher, korpulenter Herr nagelte Stadtrat Kirchner am Ende der Veranstaltung fest: Ja, die Umplanung des noch nicht sanierten Teils der Hufelandstraße wird wohlwollend geprüft, um die Baumabstände auf 15 Meter zu verkürzen. Und an der Pflanzung von Platanen wird nicht mehr gerüttelt. Das versprach der Stadtrat vor aller Ohren.

Wenn man sein strahlende Gesicht und seine Erleichterung über die neue Stimmungslage sah, ist das Versprechen durchaus glaubhaft. Interessant wird es erst, wenn die Baumhasser um den Grünen Dr. Ulrich Metzger ihre Rechtsanwälte in den Krieg schicken und gegen die Neupflanzungen klagen. Wir werden es erleben. So oder so.

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