Truckfighters: Phi

Geschrieben von messitschbyburns am 04. März 2008 | Hörsturz


Truckfighters
“Phi”
(p) 2007, Fuzzorama Records

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2005 veröffentlichten Truckfighters ihre erste CD Gravity X. Für dieses Debüt der Schweden gab es eigentlich nur ein Wort: Hammer. Oder: Wahnsinn. Vielleicht noch: Endlich. Endlich kommt eine neue Band und rührt nicht in der abgestandenen Brühe großer Vorbilder, sondern entwickelt den Stonerrock weiter. Tatsächlich, das geht.

Und gleich eine Binsenweisheit hinterher: Die zweite CD ist immer die schwerste. Ob das stimmt, weiß der Fuchs, aber bei Truckfighters könnte es hinkommen. Das gigantische Gravity X-Feuerwerk ist abgefackelt; jetzt fiebert man der nächsten Show entgegen.

Aber so einfach ist es wohl nicht. Phi kann die Erwartungen, die Gravity X schürte, nicht ganz erfüllen. Was nicht heißen soll, daß Phi eine Enttäuschung wäre. Die schweren Gitarren sind immer noch traumhaft übersteuert und donnern ihre Riffs tatsächlich wie dumpf vibrierende, kaum gebändigte, vor Kraft strotzende Motoren großer, glänzender Trucks aus den Boxen. Der eigentlich sehr laute Gesang ist immer noch weit nach hinten gemischt — ein eigentlich simpler Effekt, der die Dominanz der Fuzz-Gitarren elegant betont.

Überhaupt ist die Stimme von Ozo der pure Ohrenschmaus: Klar, eindringlich, zuweilen fast elegisch klagend, in langen Bögen ausgesungen und — wir sprechen immer noch über Stoner — durch einen Filter gejagt, der sie preßt und staucht und ihr eine wunderbar schneidende, metallene Härte gibt.

Die Songs sind auch auf Phi keine Mitklatschnummern für die Top Ten. Sie marschieren und stampfen, stoppen für einen Wimpernschlag, um mit noch größerer Wucht zuzuschlagen. Der Name ihres Labels, das sie praktischerweise mitgegründet haben, ist nicht zufällig gewählt.

Truckfighters verbinden Stoner, Sabbath und — man glaubt es kaum — Pink Floyd: In Slides zitieren sie das Baßgeklöppel und den Synthie-Sturm aus One Of These Days. Was aber nicht bedeutet, daß Truckfighters ein heiteres Zitate-Raten produzieren würden. Der Sound dieser Band ist nicht nur eigenwillig, sondern eigenständig.

Soweit ist alles paletti. Aber im Vergleich zu Gravity X fehlt auf Phi die grenzenlose Durchgeknalltheit. Phi klingt zuweilen übermotiviert; als hätte die Band Gravity X auf Biegen und Brechen übertreffen wollen und dabei ihre naive Unbekümmertheit verloren.

Trotzdem ist Phi immer noch um Längen besser als vieles, was sich als Newcomer im Stonermilieu breitmacht. Wer den großartigen Film Duell von Steven Spielberg kennt: Truckfighters liefern einen zeitgemäßen Soundtrack dazu. Im zehnminütigen Song Chameleon schiebt sich der Truck an deine Heckscheibe, bedroht dich, spielt mit dir und deiner Angst — und verschleppt plötzlich das Tempo. Er läßt sich zurückfallen, wiegt dich in trügerischer Sicherheit. Du entspannst dich. Du glaubst, der schwarze Truck sei weg; falsch gedacht. Er holt nur Schwung. Er beschleunigt, kommt wütend näher, immer schneller, immer dichter. Im Rückspiegel blitzen kurz die Augen des Truckers auf; haßerfüllte, schmale Schlitze. Und dann holt er zum letzten, großen Schlag aus …

Du weißt nicht mehr, was genau geschah. Du hörst nur noch ein einsames Cello: Truckfighters was here.

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Vier sympathische junge Männer aus dem Bilderbuch der Schwiegermutterträume.

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