Die Entscheidung von Andrea Ypsilanti, die Möglichkeit zu prüfen, sich mit den Stimmen der Linkspartei zur Ministerpräsidentin Hessens wählen zu lassen, löste bei Malte Lehming erwartungsgemäß einen spontanen Anfall aus. Der Dampfplauderer des Tagesspiegels, dessen Linksphobie selbst so obskure, randständige Rechtsabbieger wie Stephan-Andreas Casdorff in den Schatten stellt, rüttelte und schüttelte wutschnaubend das Vakuum zwischen seinen Ohren. Und weil im Vakuum nichts zu rütteln ist, träufelte er den Schaum, der ihm aus den Mundwinkeln quoll, direkt in die Tastatur:
“Unterschlagen wird (…), dass es vor der Wahl nie eine realistische Chance gab, ohne Kooperation mit den Ultralinken Koch stürzen zu können, dass demnach der Schwur ‘niemals mit den Ultralinken‘ vom Wähler verstanden werden musste als eine Art oberstes Gelübde, das keinem späteren Machtkalkül geopfert wird.”
Für irritierte Leser: Unser Malte meint mit Ultralinke tatsächlich die Linkspartei. Zwar sind ultralinke Parteien in keinem deutschen Parlament vertreten, aber aus der Sicht eines Mitglieds der Achse der Blöden scheint die Linkspartei eine ultralinke Politik zu verfolgen. Das ist in etwa so schlüssig, als würde man sagen, unser Malte und sein Henlyk seien ultrarechte Mietmäuler. Das sagt natürlich niemand.
“Der Antikommunismus hat sich überholt, weil der Kommunismus tot ist.”
Hallo Malte! Zeig uns doch mal auf der Landkarte, welcher Fleck der Erde kommunistisch war. Laß dir Zeit. Informiere dich über den Kommunismus als Gesellschaftsform. Damit du dich nicht noch mehr zum Klops machst.
“Die Linke ist keine Bedrohung für unsere Gesellschaft mehr, sondern eine linke Konkurrenz für die SPD.”
Die Linke ist keine Bedrohung für unsere Gesellschaft mehr — das impliziert, die Linke sei irgendwann eine Bedrohung gewesen. Wann? Vor oder nach dem KPD-Verbot? Oder meinst du die RAF-Hanseln, die weder links noch eine Bedrohung für die Gesellschaft waren? Im Ernst?
“Auch der Faschismus ist tot, ist deswegen der Antifaschismus überholt?”
Brav gemacht, Malte. Du greifst zur abgedroschensten Form des Geschichtsrevisionismus und hebst Faschismus und Antifaschismus auf eine Ebene. Der nächste Schritt wäre: Ohne Antifaschismus kein Faschismus. Oder: Ohne Ausländer keine Ausländerfeindlichkeit.
“Aber die städtische PDS ist mit der Linken im Bund und in Hessen nicht zu vergleichen.”
Die PDS fusionierte am 16. Juni 2007 mit der WASG zur Linkspartei. Auch die städtische PDS. Keine Ursache, gern geschehen.
“Sie (die Linkspartei in Berlin) ist im Kern konservativ und wird eher als Mentalitätsscharnier zum Ostteil der Stadt wahrgenommen.”
Diesen Schwenk solltest du als Malte-Looping patentieren lassen. Zuerst meinst du, die Linkspartei sei ultralinks. Dann folgt die Einschränkung: Nicht in Berlin. Denn irgendwie mußt du ja die Kurve zur hiesigen Regierungsbeteiligung kriegen. Wowereit einen Pakt mit ultralinken Genossen unterzujubeln, ginge vermutlich selbst der Laupenpieper-Klientel deines Blättchens gegen den Strich. Also degradierst du die Linkspartei in Berlin zum konservativen Scharnier.
Wobei du aber übersehen hast, daß die Ostberliner deinem Konstrukt zufolge keine parteipolitische Vertretung hätten. Denn wenn die Linkspartei nur das Scharnier ist, bleibt noch der Flügel, der einsam am Scharnier hängt. Tja.
“Und so fügt sich eins zum anderen, Walter zu Ypsilanti, Beck zu Lafontaine.”
Und, wie wir hinzufügen möchten: Malte zu Henlyk, Arsch zu Eimer, Spuck zu Napf.
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