Die CDU ist in Baden-Württemberg weniger eingebrochen als vorhergesagt, die SPD laviert sich irgendwie durch die Wahl, und die Grünen können sich bei Barack Obama für das Erdbeben in Japan bedanken. Richtig spannend wird es aber in den nächsten Monaten: Die Grünen müssen ihren Wählern erklären, warum sie den Bau des unterirdirschen Hauptbahnhofs in Stuttgart nicht stoppen werden.
Bisher konnte sich der Landesverband der Grünen in Baden-Württemberg geschickt durchmogeln. Er ließ auf Stuttgart 21-Demos die Parteifahnen schwingen, ohne den Erhalt des denkmalgeschützten Bahnhofs zu fordern, unterwarf sich dem Mappus-freundlichen Schlichterspruch von CDU-Mitglied Geißler und lehnte anschließend weitere S21-Demos ab.
Ungewiss ist auch, was mit der von Mappus initiierten Klagedrohung Baden-Württembergs gegen den Länderfinanzausgleich passieren wird. Die neue Landesregierung muss sich entscheiden, ob sie mit Bayern und Hessen den Länderfinanzausgleich kippen will oder sich mit den Genossen und Parteifreunden der Nehmerländer solidarisch erklären soll. Wahrscheinlich wird die Grün-Rote Landesregierung einen faulen Kompromiss zugunsten der Geberländer aushandeln wollen.
Denn spätestens, wenn die Grünen ihr Regierungskonzept vorlegen, wird man sich schmerzlich daran erinnern, welche Personen diesen Landesverband prägten und prägen: Rezzo Schlauch, Fritz Kuhn, Cem Özdemir, Reinhard Bütikofer, Boris Palmer, Winfried Kretschmann — sogenannte Realos, die die Partei in eine verschärfte, ökologisch getarnte Version der FDP formten.
Wohin sich die Grünen unter der Knute solcher und ähnlicher kriegsbegeisterten Wirtschaftsfreunde entwickelt haben, beschreibt Gründungsmitglied Jutta Ditfurth in ihrem Buch “Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: Die Grünen”. Ditfurth weiß, worüber sie schreibt. Wegen ihrer konsequente Verteidigung Grüner Werte wurde sie 1987 in Baden-Württemberg von der Wahlliste gemobbt.
Nichtsdestotrotz ist die Abwahl von Rambo Mappus sehr zu begrüßen. Man sollte nur nicht erwarten, dass die Grünen in Baden-Württemberg eine fundamental andere Politik betreiben werden als CDU und FDP.
1 Kommentar ↓
Einmal mehr ekelerregend: die SPD. Wie lange sich die Spezialdemokraten wohl noch in die Tasche bzw. an der Tatsache vorbei lügen werden, daß sie seit Schröder und 2009 nirgends ein Bein auf den Boden kriegen? Hauptsache, man hat die Linke “verhindert”. Und kann der CDU in Sachsen-A. und Thüringen weiter den Steiß beleuchten. Was für Armutszeugnisse. Nils Schmid. Und dann: das berühmte Nahles’sche Grinsen… Würg.
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