Das Leben als pensionierter Politik-Star ist schwer. Früher umschwärmt, bewundert und Held eines eigenen Computerspiels; heute nur noch ein schmaler Schatten im Rücken des mächtigen Lafontaine — das schlägt aufs Gemüt und verwirrt die Sinne.
Gestern Morgen sprach Gregor Gysi zu Journalisten:
“Man kann nicht erst für Volksentscheide sein und sie dann ignorieren, wenn er nicht das gewünschte Ergebnis bringt.”
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Heute ist es geschehen. Heute, am 22. April 2008, verlor Gerd Appenzeller seinen Verstand.
Angegammelt war der Verstand schon länger. Als Apologet der Westberliner Frontstadt-Presse haßt Appenzeller nichts so sehr wie den rot-roten Senat. Er spuckt Galle, wenn er den Namen Wowereit nur aus der Ferne hört. Würde die Linkspartei morgen verboten, feierte Appenzeller ein vierwöchiges Fest. Sein heiliger Schwur lautet: Dieser Senat muß weg. Oder wenigstens beschädigt werden.
Deshalb fürchtet sich Appenzeller vor der Niederlage der Tempelhofer Flughafenfreunde beim Volksentscheid am kommenden Sonntag. Das wäre eine bittere Pille für ihn und seine — mit ihm im kalten Krieg sozialisierten — Laupenpieper aus CDU und FDP. Das gilt es zu verhindern!
Also mißbraucht Appenzeller erneut die Plattform, die ihm sein Arbeitgeber Tagesspiegel bietet, und schleudert fünf Tage vor Ultimo eine völlig geistlose Raserei unter das Wahlvolk.
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