Am Ostersonntag wurde Olga K. auf dem Beifahrersitz ihres Autos von einem sechs Kilogramm schweren Holzklotz erschlagen, den ein Unbekannter von einer Brücke auf die Autobahn A 29 bei Oldenburg warf.
Diese Tragödie ist unfaßbar. Ebenso unfaßbar, aber seit Robert Steinhäusers Amoklauf eine permanente Begleiterscheinung, ist die Trittbrettfahrerei von politisierenden Profilneurotikern und psychologisierenden Quacksalbern, die ihre verbale Diarrhoe nicht mehr unter Kontrolle haben. Sie hocken nach jeder Katastrophe am Telefon, fiebernd, daß sie von irgend einer Redaktion angerufen werden, um dann mit populistischem Geschwalle zu glänzen. Je hanebüchener, desto besser.
Einer derjenigen, die regelmäßig nach Amokläufen oder ähnlichen Schicksalsschlägen zur Stelle sind, um dümmstmögliche Interviews zu geben, ist ein gewisser Wolfgang Bergmann. Er bezeichnet sich selbst als Kinder- und Jugendpsychologe. Wir lachen später.