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Harder, Better, Faster, Cure!

Geschrieben von messitschbyburns am 19. Februar 2008 — The Cure


The Cure
16.02.2008
Berlin, Velodrom

Man kann darauf wetten und gewinnt immer: Kündigen The Cure eine Tour an, wissen die deutschen Popredakteure sofort, was zu erwarten sein wird: Die “Godfathers of Gothic Pop” spielen “rabenschwarze Depri-Dramolette” und “federleichte Pop-Ohrwürmer”. Und weil es für deutsche Popredakteure unmöglich ist, das Brett vom eigenen Kopf zu entnageln, wird der gleiche Senf nach dem Konzert wiederholt: The Cure boten “einen gemütlichen Oldie-Abend” und “Depressives und Buntes”. Hallo Wolfgang Martin; schön, daß du noch lebst.

Vermutlich ist keiner von denen, die obige Zitate verzapften, beim Berliner Konzert von The Cure gewesen. Wären sie es, würden ihnen noch heute die Ohren dampfen. Wer sich auf die Presse verließ und mit einer Packung Tempotaschentücher ins Velodrom fuhr, um sich im süßen Sog von “Close To Me” die Depri-Tränen zu trocknen, dem schwanden bald die Sinne. Natürlich spielten The Cure ihre Hits, und Robert Smith trägt immer noch Sturmfrisur — doch damit hat sich’s.

The Cure spielten kraftstrotzend und hart, reduziert auf das pure Rockinstrumentarium: Robert Smith, (g, voc), Paul „Porl“ Stephen Thompson (g), Simon Gallup (b) und Jason Coopers (dr). Keine Keyboards, keine Streicher, keine Tränen. Die Band knallte eine metallisch scheppernde Kaskade nach der anderen ins Publikum. Vergessen ist das saftlose “If Only Tonight We Could Sleep” als Resultat einer verwirrten Collaboration von Robert Smith und der Dieter-Thomas-Heck-Gedächtnisband Placebo. Im Velodrom saugte der gleiche Song wie ein schwarzes Loch das Mark aus den Knochen. The Cure spielten ihn in einer so bedrohlich zerdehnten Langsamkeit, daß für einen Moment das Wort “Doom” durch den Kopf zuckte — also das Gegenteil von Gothic.

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