Kategorie "Urheberrecht" ↓

Die Kunst des Weglassens (1)

Geschrieben von messitschbyburns am 01. September 2008 — Datenschutz, Die Kunst des Weglassens, Filesharing, SPIEGEL/SPON, Tagesspiegel, Urheberrecht


Heute tritt das Gesetz zur besseren Durchsetzung geistigen Eigentums in Kraft. Die Medienindustrie, die das Gesetz im Kanzleramt so offen und ungeniert in Auftrag gab, wie man beim Bauern eine Schlachtsau bestellt, erhofft sich davon eine größere Abschreckung der Filesharer vom Filesharing. Also größer als Null.

In der letzten Woche erschienen in einigen Medien Beiträge, die den Inhalt des Gesetzes kurz erläutern — und in der Kunst des Weglassens glänzen. Wir betrachten nur Deutschlandfunk, Tagesspiegel und SPON. Diese drei stehen aber nicht allein.

SPON schreibt zur Datenherausgabe:

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Happy End für Mutter Lenz

Geschrieben von messitschbyburns am 30. August 2008 — Urheberrecht


Im Juli berichteten wir über den dreizehn Monate alten Holden Lenz, der seinen bewindelten Hintern zum Song Let’s Go Crazy schüttelte, was Holdens stolze Mutter filmte und als 30-Sekunden-Video bei YouTube einstellte, worauf die Plattenfirma des Großkünstlers Prince die Entfernung des Videos verlangte. Mutter Lenz wehrte sich unter Bezug auf Fair Use mit einer Klage gegen Universal.

Damals schrieben wir:

“Richter Jeremy Fogel wird ein Kapitel Rechtsgeschichte schreiben. So oder so. Wir hoffen natürlich auf so.”

Richter Fogel hat uns nicht enttäuscht. Weiterlesen →

Radiohead im Netz

Geschrieben von messitschbyburns am 21. August 2008 — Filesharing, Radiohead, Urheberrecht


Am 10. Oktober 2007 wurde “In Rainbows” als freiwillig bezahlbarer Download auf der Website InRainbows.com veröffentlicht.

Am gleichen Tag zählten die Medienforscher von BigChampagne 400.000 Downloads der CD über Torrent-Netzwerke:

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Bushido!

Geschrieben von messitschbyburns am 10. August 2008 — Bushido, Filesharing, Immer wieder sonntags, Urheberrecht


Du bist der Held! Das Vorbild!

Eben noch haben wir dich gefeiert, und schon geht die Party weiter! Du bist so klug! Du bist die Summe aller Helden!
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Aus, aus, aus! Aus! Das Spiel ist aus!

Geschrieben von messitschbyburns am 07. August 2008 — Filesharing, Urheberrecht


Entschuldigung, liebe Leser. Wir haben uns gleich wieder im Griff. Nur einmal noch:

Aus, aus, aus! Aus! Das Spiel ist aus!

Jetzt geht’s wieder.

Die Anzeichen verdichten sich, daß die Abmahnanwälte der Musikindustrie mit ihren Massenstrafanzeigen gegen Nutzer von Online-Tauschbörsen gewaltig überzogen haben.

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Der Prinz und der Windelknabe

Geschrieben von messitschbyburns am 25. Juli 2008 — Urheberrecht


Möglicherweise ist sie für 99 Prozent unserer Leser ein alter Hut, aber weil sie so herrlich absurd ist und zur Zeit einen US-Richter auf Trab hält, soll auch der letzte Unkundige die Geschichte vom Prinz und dem Windelknaben erfahren. Sie ist einfach zu schön.

Die Internet-Schnüffler von Universal fanden 2007 auf YouTube ein privates 30sekündiges Video. Darauf konnte man sehen, wie sich der dreizehn Monate alte Holden Lenz an einem Lauflerngerät durch die Küche schiebt und mit dem gewindelten Hintern wackelt. Dazu klirrt reichlich undeutlich Let’s Go Crazy von Prince. Mit sehr viel Phantasie könnte man sagen: Baby Holden tanzt zum Soundtrack von Prince.

Die Plattenfirma von Prince verklagte die Mutter des Windelknaben. Die wehrte sich erfolgreich, und das Video ist wieder online.

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Bushido!

Geschrieben von messitschbyburns am 20. Juli 2008 — Bushido, Filesharing, Immer wieder sonntags, Urheberrecht


Du bist der Bringer! Der Mover! Der Ruler! Der Shaker!

Ein dirty fuckin’ Rentner hat dir deine Musik geklaut. Runtergeladen aus’m Internet. Aber nich mit dir! Dem hast du eine reingewürgt, diesem Son of a Bitch! 250.000 Euro Strafandrohung! Daran kann der alte Sack lange kauen mit seinen dritten Zähnen, hehehe!

Der Oppa meint, er wisse gar nicht, wer Bushido sei. Hau ihm auf’s Maul, Bushido, dann weiß er es! Rechts, links und in die Eier, hehehe!

Vor Gericht laberte die Seniorenwindel, auf seinem Computer gäbe es kein Programm, um Musik aus dem Internet herunterzuladen. So what? Klare Kante! Dem hast du’s gegeben! Ist doch so was von geschissen, ob der Schlaffsack die Software hat oder nicht! Du hast seine IP-Adresse — das genügt!

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Künstler tot, Rechte weg

Geschrieben von messitschbyburns am 05. Juli 2008 — Urheberrecht


Der Filmkritiker und -experte Ralf Schenk empfahl neulich, die Wiederaufführung des DEFA-Films “Die Frau und der Fremde” zu besuchen. Der Film basiert auf der Novelle “Karl und Anna” von Leonhard Frank.

In seinem kurzen Text über Entstehung, Rezeption und Ehrung des Films (Goldener Bär 1985) schreibt Ralf Schenk u.a.:

“Seit über zehn Jahren durfte ‘Die Frau und der Fremde’ nicht mehr öffentlich gezeigt werden; die Rechte an Franks Erzählung waren abgelaufen, die Rechteinhaber nicht mehr auszumachen.

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Man muß es nur oft genug wiederholen

Geschrieben von messitschbyburns am 04. Juli 2008 — Filesharing, SPIEGEL/SPON, Urheberrecht


Das Neusprech im neoliberalen Konsortium Spiegel-Bertelsmann1 macht große Fortschritte. Besonders bei SPON.

SPON-Autor Patalong begriff heute mit 24stündiger Verzögerung, daß der hauseigene Praktikant Wieschowski, der uns schon früher als grenzdebile Trottellumme amüsierte, auch gestern kläglich versagte.

Ein New Yorker Bezirksgericht verurteilte YouTube, sämtliche Logfiles der YouTube-Nutzer an den Medienkonzern Viacom herauszugeben (d.h., die Dokumentation, unter welcher IP-Nummer wann wie lange welches Video angeschaut oder ein Video eingestellt wurde. Aus den IP-Nummern die Klarnamen der Nutzer zu ermitteln, wird dank der Vorratsdatenspeicherung zum Klacks).

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  1. Die Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr ist mit 25,5 Prozent am Spiegel Verlag beteiligt. Damit besitzt Kriegsgewinnler Bertelsmann (“Wir funken für Franco”) eine Sperrminorität beim Spiegel Verlag. Man hängt es aber nicht an die große Glocke. Der Leser soll glauben, Spiegel und Bertelsmann seien grundverschiedene Verlage. []

Das Herunterladen von Computern

Geschrieben von messitschbyburns am 29. April 2008 — Filesharing, Merkel, Urheberrecht


Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem aktuellen Podcast:

“Denn das Herunterladen von Computern ist eine Sache, die nationale Grenzen nicht schützen können.”

Dieser Satz soll in seiner verworrenen Sinnlosigkeit unkommentiert bleiben.

Dieser nicht:

“Allerdings haben sich verschiedene Künstlerinnen und Künstler an mich gewandt, um darauf aufmerksam zu machen, daß damit der Urheberschutz noch nicht ausreichend gesichert ist.”

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