Kategorie "Geschichte" ↓

Der Nazi als Superstar

Geschrieben von messitschbyburns am 16. Februar 2009 — Braune Soße, Geschichte, Medien


Die folgende Nachricht ist nicht neu. Wir wollen sie trotzdem in Erinnerung rufen, weil sie ein Symptom für die immer schamlosere Umdeutung der Bewertung des Dritten Reiches ist: Quasireligiöse Überhöhung alles Militärischen bei konsequenter Mißachtung des zivilen Widerstands.

Am 22. Januar 2009 eröffnete Oliver Pocher die Show Schmidt & Pocher als Stauffenberg-Karikatur, mit Wehrmachtsuniform und Augenklappe (hier auf Youtube):

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Die ganz große Wilhelm-Pieck-Verschwörung

Geschrieben von messitschbyburns am 14. Januar 2009 — DDR, Geschichte, SPIEGEL/SPON


Heute laden wir Sie, liebe Leser, zu einem amüsanten Besuch in einer Hamburger Irrenanstalt ein. Bitte verhalten Sie sich ruhig, füttern sie keine Patienten und stellen Sie das Rauchen ein.

Vielen Dank.

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Große Momente der Zeitgeschichte

Geschrieben von messitschbyburns am 16. Dezember 2008 — CDU, Geschichte, Politik


Der Eierwurf von Halle (10. Mai 1991):

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Der Eigentorschütze

Geschrieben von messitschbyburns am 04. Dezember 2008 — Geschichte, Lehming, Pro Reli


Wir leben im Jahr 2008. Das sind ungefähr 1975 Jahre plus minus Daumenbreite nach dem Tod des möglicherweise historischen und gekreuzigten, auf jeden Fall aber ungewollten Religionsstifters Jeschua, bekannt als Jesus, geboren in Nazaret oder Betlehem. Oder anderswo.

1975 Jahre nach Aufklärung und Säkularisierung, nach Voltaire und Heine, nach Trennung von Staat und Kirche möchten katholische und protestantische Glaubensbrüder des toten Jeschua in Berlins staatlichen Schulen ein neues Pflichtfach einführen: Religionsunterricht.

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Vor 199 Jahren: Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

Geschrieben von messitschbyburns am 26. August 2008 — Geschichte, Politik


Am 26. August 1789 beschloß die französische Nationalversammlung die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.

Bevor im nächsten Jahr das organisierte Gedenken zum runden Jubiläum über uns hereinbricht, mit salbungsvollen Reden, Streichquartett und anschließendem Business as usual, wollen wir heute den Abgeordneten der französischen Nationalversammlung für ihre revolutionäre Großtat danken und anläßlich des 199. Jahrestages die 17 Artikel im Wortlaut zitieren (es existieren verschiedene Übersetzungen; diese stammt aus Wikipedia).

Der Text der Erklärung müßte eigentlich in Bronze gegossen auf einer Tafel vor dem Reichstag stehen. Auf Rollstuhlfahrerhöhe.

Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte

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Geschichte wird gemacht

Geschrieben von messitschbyburns am 11. August 2008 — Braune Soße, Bundeswehr, Gelöbnis, Geschichte


Manchmal stößt man auf Informationen, die in keinem Zusammenhang stehen, aber trotzdem zusammengehören.

Wie diese hier: Weiterlesen →

Selektiver Denkmalschutz

Geschrieben von messitschbyburns am 19. Juli 2008 — Berlin, DDR, Geschichte, SPD


Der Palast der Republik ist skelletiert. Das Ahornblatt wurde abgerissen. Das Café Moskau wird verramscht. Der Denkmalschutz ist keinen Pfifferling wert, wenn DDR-Gebäude betroffen sind. Es sei denn, die gute Stube der bundesdeutschen Staatsverwaltung ist betroffen.

Die Staatsoper Unter den Linden muß dringend saniert werden. Der Opernsaal ist akustisch bestenfalls suboptimal. Seit Ewigkeiten beklagen sich Dirigenten und Musiker über den schlechten Klang. Für die Zuschauer auf den billigen oberen Rängen ist der Opernbesuch ein sportliches Vergnügen. Um die Bühne zu sehen, müssen sie sich teilweise weit vorbeugen.

Das sollte sich ändern. Ein Wettbewerb wurde ausgeschrieben. Der Gewinner plante die Entkernung des Gebäudes und den Einbau eines völlig neuen, modernen Saales, in dem das Publikum von jedem Platz aus gleich gut sehen und hören kann.

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Sodomie und Geschwisterliebe

Geschrieben von messitschbyburns am 14. März 2008 — Deutscher Irrsinn, Geschichte


Das Bundesverfassungsgericht verurteilte Patrick S. zu einer Gefängnisstrafe, weil er mit seiner Schwester, die getrennt von ihm aufwuchs und zu der er keine geschwisterliche Beziehung aufbauen konnte, vier Kinder zeugte. Die Urteilsbegründung liest sich wie ein Timetunnel in die 50er Jahre:

“Das Inzestverbot sei zur ‘Bewahrung der familiären Ordnung‘ notwendig (…) Die ‘lebenswichtige Funktion der Familie für die menschliche Gemeinschaft’ werde entscheidend gestört, wenn ihre Ordnung ‘durch inzestuöse Beziehungen ins Wanken gerät’.”

Über die Lebenswelten der Richter, die dieses Urteil mehrheitlich fällten, muß man sich keine Illusionen machen: Der Mann schafft, die Frau ist daheim, und mittwochs ist Stichtag. So kann man wohl nur noch in der mundgeruchigen westdeutschen Provinz vor sich hin schnarchen, wo der Blockwart mit schnarrender Stimme die Kehrwoche kontrolliert und der Pascha in den Wohnstuben das Adenauer’sche Weltbild konserviert — die nahtlose Fortsetzung der Familienpolitik des Dritten Reiches.

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Angesichts der ernsten Lage …

Geschrieben von messitschbyburns am 07. Februar 2008 — Bundeswehr, Geschichte


Die deutschen Volksvertreter forcieren die mentale Aufrüstung ihres Wahlvolkes. Der letzte große Krieg mit deutscher Beteiligung verblaßt langsam in der Erinnerung, und mit ihm schwinden die trüben Gedanken an die Gräuel und Massaker der Deutschen. Auch dank der scheinbar endlosen TV-Weichspüler von Guido Knopp, der noch den widerwärtigsten SS-Mann vor einem dezent ausgeleuchteten Paravant plaziert, um ihn unwidersprochen vom heldenhaften Kampf gegen die Bolschewisten schwärmen zu lassen — während der Russe in Knopps Wochenschau prinzipiell im hartem Licht vor einer rustikalen Schrankwand und mit allem Lametta auf der Brust gefilmt wird, was in Deutschland lächerlich wirkt. Wie von Knopp beabsichtigt.

Nach Strucks launischer Kurzfassung deutschen Wollens und Strebens (“Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt”) ist die Stoßrichtung klar: Germans to the front. Der Abmarsch deutscher Kampftruppen nach Afghanistan ist beschlossen. Wer sichere Aktien kaufen will, investiere jetzt in Särge. Das weiß auch der Bundesminister für Verteidigung und läßt in aller Stille ein Ehrenmal für tote Bundeswehrsoldaten vorbereiten.

Vor dem Kopfschuß aber steht der Kampf im Felde. Und was heizt den deutschen Mucker ganz besonders an? Die Aussicht auf ‘nen Orden. Ganz besonders, wenn der Orden eine durch und durch militaristische Tradition besitzt. Da wird der Mucker blutgeil; da rattert er noch eine Extrasalve in das paschtunische Schlafzimmer.

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