Kategorie "Geschichte" ↓
Geschrieben von messitschbyburns am 14. März 2008 — Deutscher Irrsinn, Geschichte
Das Bundesverfassungsgericht verurteilte Patrick S. zu einer Gefängnisstrafe, weil er mit seiner Schwester, die getrennt von ihm aufwuchs und zu der er keine geschwisterliche Beziehung aufbauen konnte, vier Kinder zeugte. Die Urteilsbegründung liest sich wie ein Timetunnel in die 50er Jahre:
“Das Inzestverbot sei zur ‘Bewahrung der familiären Ordnung‘ notwendig (…) Die ‘lebenswichtige Funktion der Familie für die menschliche Gemeinschaft’ werde entscheidend gestört, wenn ihre Ordnung ‘durch inzestuöse Beziehungen ins Wanken gerät’.”
Über die Lebenswelten der Richter, die dieses Urteil mehrheitlich fällten, muß man sich keine Illusionen machen: Der Mann schafft, die Frau ist daheim, und mittwochs ist Stichtag. So kann man wohl nur noch in der mundgeruchigen westdeutschen Provinz vor sich hin schnarchen, wo der Blockwart mit schnarrender Stimme die Kehrwoche kontrolliert und der Pascha in den Wohnstuben das Adenauer’sche Weltbild konserviert — die nahtlose Fortsetzung der Familienpolitik des Dritten Reiches.
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Geschrieben von messitschbyburns am 07. Februar 2008 — Bundeswehr, Geschichte
Die deutschen Volksvertreter forcieren die mentale Aufrüstung ihres Wahlvolkes. Der letzte große Krieg mit deutscher Beteiligung verblaßt langsam in der Erinnerung, und mit ihm schwinden die trüben Gedanken an die Gräuel und Massaker der Deutschen. Auch dank der scheinbar endlosen TV-Weichspüler von Guido Knopp, der noch den widerwärtigsten SS-Mann vor einem dezent ausgeleuchteten Paravant plaziert, um ihn unwidersprochen vom heldenhaften Kampf gegen die Bolschewisten schwärmen zu lassen — während der Russe in Knopps Wochenschau prinzipiell im hartem Licht vor einer rustikalen Schrankwand und mit allem Lametta auf der Brust gefilmt wird, was in Deutschland lächerlich wirkt. Wie von Knopp beabsichtigt.
Nach Strucks launischer Kurzfassung deutschen Wollens und Strebens (“Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt”) ist die Stoßrichtung klar: Germans to the front. Der Abmarsch deutscher Kampftruppen nach Afghanistan ist beschlossen. Wer sichere Aktien kaufen will, investiere jetzt in Särge. Das weiß auch der Bundesminister für Verteidigung und läßt in aller Stille ein Ehrenmal für tote Bundeswehrsoldaten vorbereiten.
Vor dem Kopfschuß aber steht der Kampf im Felde. Und was heizt den deutschen Mucker ganz besonders an? Die Aussicht auf ‘nen Orden. Ganz besonders, wenn der Orden eine durch und durch militaristische Tradition besitzt. Da wird der Mucker blutgeil; da rattert er noch eine Extrasalve in das paschtunische Schlafzimmer.
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