Kategorie "Hartz IV" ↓

4,792 Millionen Euro

Geschrieben von messitschbyburns am 04. Juli 2008 — Deutscher Irrsinn, Hartz IV, Vattenfall


Mitte letzten Jahres wurde der Deutschland-Chef von Vattenfall, Klaus Rauscher, von der schwedischen Konzernzentrale zum Rücktritt gebeten. Dem Rücktritt, der ein verkappter Rauswurf war, gingen Rauschers unglaubliche Abwiegelungen und Vertuschungen während der Störfälle in den Kernkraftwerken Brunsbüttel (Kurzschluß) und Krümmel (Transformatorbrand) voraus.

Rauscher wird kein Fall für die Arbeitsagentur:

“Wie Vattenfall im nun veröffentlichten Geschäftsbericht für 2007 schreibt, werden Rauscher bis Oktober 2011 die Bezüge weitergezahlt; von 2008 bis 2011 sind das insgesamt 4,792 Millionen Euro.”

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Die Konditionierung des Prekariats

Geschrieben von messitschbyburns am 19. Juni 2008 — Hartz IV, Mindestlohn, SPD, Sarrazin


5-Euro-Thilo hat seine womöglich letzte Duftmarke gesetzt und könnte entspannt zurücktreten.1 Er rammte die Zahl Fünf erfolgreich gegen den von der SPD — also Sarrazins eigenem Kegelclub — avisierten Mindestlohn von 7,50 Euro in den Weg. Dort steht die Fünf und wird von Holtzbrinck, einem der schärfsten Gegner des gesetzlichen Mindestlohns, als ideale Vorlage im firmeneigenen Tagesspiegel medial aufbereitet.

Gestern flatterte dessen Redaktion aufgeregt durch die Gegend und tat empört über Sarrazin. Das war Teil 1 der Show. Der moralische Zinnober wäre damit abgehakt. Niemand soll sagen, Holtzbrincks Redakteure hätten kein Herz für kleine Leute.

Heute beginnt die schleichende Umdeutung. Der böse Sarrazin ist verbrannt; aus seiner Asche schlüpft der Querdenker Sarrazin: Fünf Euro sind manchmal eine bittere Pille, aber “Besser als Hartz IV”. Laßt uns darüber reden. Der Tagesspiegel hat sich umgehört: Weiterlesen →

  1. An seinem Abgang wird wohl schon gearbeitet. Nicht mehr das Ob, nur noch das Wie wäre zu regeln. []

5-Euro-Thilo Sarrazin

Geschrieben von messitschbyburns am 17. Juni 2008 — Hartz IV, SPD, Sarrazin


Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin würde jederzeit für fünf Euro arbeiten gehen. Das wären 40 Euro am Tag, sagt Sarrazin.

Oder 200 Euro in der Woche, 800 Euro im Monat und 9.600 Euro im Jahr. Brutto.

Das pfändungsfreie Existenzminimum für Alleinstehende beträgt 16.800 Euro brutto pro Jahr. 5-Euro-Thilo liegt darunter.

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Geld oder Leben

Geschrieben von messitschbyburns am 11. Januar 2008 — Hartz IV


Das Leben ist schön. Nicht unbedingt für Hartz-IV-Empfänger, aber ganz sicher für Hartz-IV-Verwalter. Zwar entscheiden letztere noch nicht über Leben und Tod ihrer Klientel, aber sie üben schon mal.

Vivian H. bezieht Arbeitslosengeld II. Theoretisch. Praktisch saß sie Ende vergangenen Jahres sieben Wochen lang auf dem Trocknen. Ihre Sachbearbeiterin im Jobcenter Berlin-Mitte verweigerte alle Zahlungen. Mal fehlte dieses Dokument, mal jenes. Das heißt, eigentlich fehlte nichts. Vivian H. hatte ausgefüllt und eingereicht, was auszufüllen und einzureichen war. Aber darf man diesen Hartzies trauen, die Arbeitsminister a.D. Wolfgang Clement als Schmarotzer und Parasiten am gesunden deutschen Volkskörper entlarvte?

Also erfand die Sachbearbeiterin immer neue Gründe, um kein Geld zu überweisen. Ein stiller Wettlauf: Mal sehen, wer länger durchhält. In Memoriam Friedrich II. und seines immergrünen Wortes: “Ihr verfluchten Racker, wollt ihr denn ewig leben?”

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