Kategorie "Mindestlohn" ↓

Umstürzlerisches Gedankengut im Tagesspiegel

Geschrieben von messitschbyburns am 29. August 2008 — Mindestlohn, Schumann


Redakteur Harald Schumann fordert auf der Titelseite des Tagesspiegels einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland:

“So erweist es sich nun als strategischer Fehler, dass der Mut der Reformer zwar ausreichte, die Arbeitnehmer nach angelsächsischem Vorbild zu ‘flexibilisieren’, aber nicht, um nach diesem Vorbild auch deren Entlohnung abzusichern und damit das Lohngefüge insgesamt zu stabilisieren. Die Beispiele von Frankreich und Großbritannien belegen, dass ein halbwegs fairer gesetzlicher Mindestlohn keineswegs zum Verlust von Jobs führt.”

Mindestlohn! Im Tagesspiegel! Auf der Titelseite! Weiterlesen →

Die Konditionierung des Prekariats

Geschrieben von messitschbyburns am 19. Juni 2008 — Hartz IV, Mindestlohn, SPD, Sarrazin


5-Euro-Thilo hat seine womöglich letzte Duftmarke gesetzt und könnte entspannt zurücktreten.1 Er rammte die Zahl Fünf erfolgreich gegen den von der SPD — also Sarrazins eigenem Kegelclub — avisierten Mindestlohn von 7,50 Euro in den Weg. Dort steht die Fünf und wird von Holtzbrinck, einem der schärfsten Gegner des gesetzlichen Mindestlohns, als ideale Vorlage im firmeneigenen Tagesspiegel medial aufbereitet.

Gestern flatterte dessen Redaktion aufgeregt durch die Gegend und tat empört über Sarrazin. Das war Teil 1 der Show. Der moralische Zinnober wäre damit abgehakt. Niemand soll sagen, Holtzbrincks Redakteure hätten kein Herz für kleine Leute.

Heute beginnt die schleichende Umdeutung. Der böse Sarrazin ist verbrannt; aus seiner Asche schlüpft der Querdenker Sarrazin: Fünf Euro sind manchmal eine bittere Pille, aber “Besser als Hartz IV”. Laßt uns darüber reden. Der Tagesspiegel hat sich umgehört: Weiterlesen →

  1. An seinem Abgang wird wohl schon gearbeitet. Nicht mehr das Ob, nur noch das Wie wäre zu regeln. []

Rerum cognoscere causas

Geschrieben von messitschbyburns am 28. März 2008 — Mindestlohn, SPD, Tagesspiegel


Der Tagesspiegel gibt sich gern altertümelnd. Wie ein Bildchen auf einer Zigarrenbanderole schleppt das Blatt seit sage und schreibe 62 Jahren eine Weltkugel mit sich herum, die orientierungslos im Zeitungskopf lümmelt, nach unten begrenzt von einem puttenhaften Flatterband mit dem neckischen Spruch:

Rerum cognoscere causas

Damit möchte die Redaktion zum Ausdruck bringen, sie würde sich befleißigen, die Ursachen der Dinge zu erkennen oder den Dingen auf den Grund zu gehen. Wir zitieren dazu Franz Beckenbauer: “Schau’n mer mal.”

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