Im Sandkasten mit Broder

Geschrieben von admin am 01. März 2011 — Guttenberg


Weil Guttenbergs Verteidiger die geklaute Dissertation beim besten Willen nicht mehr wegdiskutieren können, versuchen sie, vom Bayreuther Plagiat abzulenken. Wie Kinder im Sandkasten werfen sie mit Förmchen und rufen trotzig: “Du hast angefangen!”

Auch die Achse der Blöden macht mit. Der Kopf dieser Verwahranstalt für Demenzkranke ohne Krankenschein, Henryk M. Broder, ließ sich die Doktorarbeit von Gregor Gysi kommen. Auf der Suche nach einem Plagiat las er alle 230 Seiten und den 16-seitigen Anhang mit 258 Literaturnachweisen. Er las und las und konnte doch nichts finden:

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Das Kapital ist ein scheues Reh

Geschrieben von admin am 28. Februar 2011 — Merkel, SPIEGEL/SPON


Manchmal entschlüpft SPON-Autoren ein Quäntchen Wahrheit. In einem Vorbericht auf die Irland-Wahl schrieb Korrespondent Carsten Volkery über Enda Kenny und dessen Partei Fine Gael:

“Fine Gael hat im Wahlprogramm auch angekündigt, private Gläubiger an den Verlusten der irischen Banken beteiligen zu wollen. Das ist ein Schritt, den viele Ökonomen für notwendig halten, um Irland aus seiner Schuldenspirale zu befreien. Doch die Europäische Zentralbank und die EU-Partner sind strikt dagegen - sie fürchten einen Vertrauensverlust der Anleger, der auf andere Euro-Länder übergreifen könnte.”

Volkery nennt einen wichtigen Punkt: Die Schulden von Ländern wie Irland sind nur zum Teil auf irischem Mist gewachsen. Warum? Die Antwort findet man nicht bei SPON:

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Guttenberg!

Geschrieben von admin am 27. Februar 2011 — Guttenberg, Immer wieder sonntags


Eine formale Anrede schenken wir uns. Ob Sie ihre zehn Vornamen, das “von”, das “zu” und das doppelte “t” im Nachnamen geerbt oder geklaut haben, wird vielleicht der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages untersuchen. Sollte sich dabei herausstellen, dass Sie gar nicht Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg sind, sondern Heiratsschwindler Franz Kasuppke nach einer Gesichts-OP, wären wir schön blamiert.

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Unnütze Zahlen

Geschrieben von admin am 26. Februar 2011 — Musik, Musikindustrie


Eine völlig nutzlose Liste, so nutzlos, dass sie schon wieder interessant ist: Die zehn erfolgreichsten Liebeslieder, die in Deutschland als Pop- und Rock-Single verkauft wurden:

  • 01. Peter Maffay: “So bist du”
  • 02. Silbermond: “Das Beste”
  • 03. Leona Lewis: “Run”
  • 04. Ville Valo und Natalia Avelon: “Summer Wine”
  • 05. Snow Patrol: “Chasing Cars”
  • 06. Céline Dion: “My Heart Will Go On”
  • 07. Marit Larsen: “If A Song Could Get Me You”
  • 08. Bryan Adams: “(Everything I Do) I Do It For You”
  • 09. Art Garfunkel: “Bright Eyes”
  • 10. Wet Wet Wet: “Love Is All Around”

Was sagt uns das? Nicht viel. Deshalb noch mehr unnütze Zahlen:

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18.285,61 Euro für die Portokasse

Geschrieben von admin am 25. Februar 2011 — BILD, Guttenberg


Die von BILD zur Volksabstimmung stilisierte Telefonumfrage über das politische Schicksal des Verteidigungsministers ist ein nettes Zusatzgeschäft für Springer.

Bis Mittwoch, 19:32 Uhr, hatten 261.223 Leser die Nummern 01371-100 001 oder 01371-100 002 gewählt. Kosten: 14 Cent je Anruf vom Festnetz. Nimmt man diese 14 Cent als Mittelwert und vernachlässigt, dass Handy-Anrufe teurer sein können, sind das 36.571,22 Euro.

Abzüglich des Anteils für den Telefonanbieter hat der Verlag 18.285,61 Euro kassiert. Ein guter Schnitt für ein paar Stunden Propaganda.

Barth reimt sich auf Kotze

Geschrieben von admin am 24. Februar 2011 — Deutscher Irrsinn, Medien


2009 zwängte sich Mario Barth in ein T-Shirt, auf dem stand: “Nichts reimt sich auf Uschi”. Im Dezember 2010 meldete Barth diesen Spruch als Marke an. Noch im gleichen Monat mahnten seine Anwälte einen Händler ab, der Uschi-Shirts verkaufte. Barths Anwälte sahen darin eine unlautere Nachahmung und eine Herkunftstäuschung bezüglich der Produkte von Mario Barth gemäß § 4 Nr. 9 UWG. Der Abgemahnte möge den Verkauf sofort beenden und zur Kostenregulierung 1.780,20 Euro überweisen.

Der Uschi-Spruch ist uralt. Der juristische Prüfer beim Deutschen Marken- und Patentamt in München, Regierungsdirektor Jörg-Eckhard Dördelmann (ein Name wie von Wischmeyer erfunden), sieht trotzdem im Markeneintrag keine Probleme: “Ja, es ist eingetragen worden, und es ist auch vertretbar”.

Radio ffn ist anderer Meinung. Der Sender stellte in dieser Woche einen Löschantrag.

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Schwierigkeiten mit dem Dubstep

Geschrieben von admin am 23. Februar 2011 — Eine Nachricht, zwei Versionen, SPIEGEL/SPON, Tagesspiegel


Am 18. Februar stellten Radiohead ihre neue Platte “The King Of Limbs” zum Download bereit. Nicht mehr gratis wie im Oktober 2007, als die Band ihren Hörern überließ, wie viel Geld ihnen “In Rainbows” wert sei (hier und hier).

Jetzt bittet sie um sieben Euro für den MP3-Download und um elf Euro für die WAV-Version, was immer noch sehr zivilisierte Friedenspreise sind. Für 36 Euro kann man auch eine Deluxe-Version vorbestellen, die im Mai geliefert wird: eine CD, zwei 10-Inch-Vinylplatten, eine digitale Albumversion und ein 625teiliges Artwork. Die einfache CD steht ab 25. März in den Läden.

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Enormer Druck bei SPON

Geschrieben von admin am 22. Februar 2011 — SPIEGEL/SPON


In einem Beitrag über Online-Journalismus kann man über Spiegel Online lesen:

“Für die 100 Texte, die ein Onlineredakteur neben all den aufgebohrten Agenturtexten pro Jahr schreiben muss (’Es gibt einen enormen Druck’), hat er im Schnitt zwei bis drei Stunden.”

Das Zitat “Es gibt einen enormen Druck” stammt offenbar von einem anonymen SPON-Redakteur. Autor Jan Söfjer nennt keine Informanten, er wabert lieber im Ungefähren: “heißt es”, “sagen die Redakteure”, “sagt ein Redakteur”, “sagt ein Onliner”. Sämtliche Zitate könnten also von Söfjer frei erfunden sein.

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SPD in Partylaune

Geschrieben von admin am 21. Februar 2011 — Hartz IV, SPD


Nicht nur wegen Scholzomat, der in Hamburg regieren darf, sondern auch, weil die Partei in knallharten Verhandlungen mit CDU und FDP einen sensationellen Sieg errungen hat:

“Der Regelsatz [soll] rückwirkend vom Jahresanfang um fünf Euro auf 364 Euro angehoben werden. In einem zweiten Schritt zum Jahresanfang 2012 soll es drei weitere Euro zusätzlich zu der dann anstehenden regulären Anhebung geben. “

Fünf Euro sofort, drei Euro demnächst! Welch ein Jubel! Welch ein Segen!

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Ja! Ja! Ja!

Geschrieben von admin am 14. Februar 2011 — Wasserbetriebe


Unglaublich: Der Volksentscheid  zur Offenlegung der Verträge zur Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe war erfolgreich! Zwar haben wir uns gewundert, dass gegen Mittag im Wahllokal ungewöhnlicher Andrang herrschte, viel mehr als bei anderen Abstimmungen und Wahlen — doch dass es so viele Leute waren, hätten wir nicht vermutet:

“Nach Angaben Rockmanns [= Präsidentin des Statistischen Landesamtes] haben 665.713 Berliner für die Offenlegung votiert. Das entspricht nach Auszählung aller Stimmen einer Zustimmung von 98,2 Prozent der abgegebenen Stimmen..”

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